Gut kommunizieren macht glücklich

Gute Gespräche lassen uns die Zeit vergessen. Stunden verfliegen wie Minuten, selbstvergessen sind wir ganz im Hier und Jetzt, genießen den Moment und fühlen uns miteinander verbunden. Ein Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit breitet sich aus, wir sind glücklich. 

Einander wirklich zuzuhören und erfolgreich zu kommunizieren ist eine Kunst, eine Kunst die uns glücklich macht und inspiriert. Durch sie können wir tiefe Verbindungen zu anderen aufbauen und uns selbst erfahren.

Doch wie gelingt gute Kommunikation in einem Zeitalter in dem man sich zusehend scheut sich verletzlich zu zeigen und lieber auf indirekte Kommunikationsmittel, wie WhatsApp, zurückgreift, um Konflikte nicht direkt von Angesicht zu Angesicht austragen zu müssen? Ghosting ist ebenfalls ein Phänomen unserer Zeit, einer Gesellschaft, der es im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache verschlagen hat. 

Kommunikationsmuster erkennen

Um besser zu kommunizieren, müssen wir uns zunächst bewusst werden, wie unsere Kommunikationsmuster aussehen.

  • Wie kommunizieren wir?
  • Über was kommunizieren wir?
  • Welche Themen meiden wir und warum? Würde es uns guttun, wenn wir den Mut fänden, diese Themen anzusprechen?

Jeder Akt der Kommunikation ist gleichzeitig ein Akt der Übersetzung. Nicht immer gelingt uns jedoch das Gesagte auch so zu übersetzen, wie es gemeint war. Der Gegenüber fühlt sich missverstanden und wir fühlen uns angegriffen. Warum? Weil es bei zwischenmenschlicher Kommunikation um viel mehr geht, als nur um die Übermittlung sachlicher Inhalte. Das Vier-Ohren-Modell des Psychologen Schulz von Thun dürfte dem ein oder anderen sicher bekannt vorkommen. Dem zufolge gibt es vier Ebenen der Kommunikation:

Sachinhalt: Über was wird gesprochen und wie sind diese Informationen zu verstehen?

Selbstkundgabe: Was und wie wir etwas sagen bzw. verstehen, ist gleichzeitig eine Aussage über uns selbst, über die Person die wir sind. 

Beziehung: Wie wir miteinander reden bzw. wie wir auf bestimmte Aussagen reagieren, hängt davon ab, in welcher Beziehung wir zueinanderstehen und sagt zugleich viel über unsere Beziehung aus.

Apell: Was soll mit dem Gesagten erreicht werden?

Auf all diesen Ebenen kann einiges schief gehen, wir missverstehen uns, fühlen uns nicht gehört, nicht gesehen, unsere Beziehungen leiden. 

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Besser kommunizieren lernen

1) Zuhören

Gute Gespräche beginnen mit aufmerksamem Zuhören. 

Wir alle kennen sie, diese Gespräche in denen man sich ständig gegenseitig unterbricht oder vielleicht nur mit halbem Ohr zuhört, während man insgeheim nur darauf wartet, zu Wort zu kommen und seine Geschichte zu erzählen. Viele neigen außerdem dazu auf Rückfragen zu verzichten, weil sie glauben, die Motivation des anderen und deren Beweggründe bereits zu kennen. 

Fang an mehr Fragen zu stellen, das signalisiert dem anderen nicht nur Interesse, es hilft gleichzeitig möglichen Missverständnissen durch falsche Annahmen vorzubeugen. Es gibt uns die Gelegenheit, die Dinge aus der Perspektive des anderen zu betrachten, ihn besser zu verstehen und uns inspirieren zu lassen.

Folge in Gesprächen deiner Neugierde, anstatt gewohnte Gesprächsmuster abzuspielen. Betrachte dabei auch dein eigenes Verhalten mit Neugierde. 

Fühlen wir uns zum Beispiel leicht angegriffen oder nehmen viele Dinge zu persönlich, können wir uns fragen, was davon hat wirklich mit der anderen Person zu tun und was davon mit uns selbst? Hat der Gegenüber eventuell unabsichtlich alte Verletzungen oder Traumata getriggert, die eigentlich gar nichts mit ihm zu tun haben? 

Problemen mit Neugierde anstatt mit Angst zu begegnen hilft uns Veränderungen herbeizuführen und aus destruktiven Kommunikationsmustern auszubrechen.

2) Gespräche in Persona – direkte Kommunikation

Die digitale Kommunikation hat uns viele Türen geöffnet. Mit anderen in Kontakt zu bleiben war nie einfacher, selbst über Ländergrenzen hinweg. Gleichzeitig haben WhatsApp, E-Mails und Co. die Art und Weise wie wir kommunizieren stark verändert.

Während wir früher wie selbstverständlich zum Telefon gegriffen haben, schrecken viele heute verwundert hoch, wenn plötzlich das Smartphone klingelt. Zunehmend wird der Weg der indirekten Kommunikation bevorzugt, dieser ist aber nicht immer ganz unproblematisch. 

Zum einen verleitet es dazu sich hinter seinem Telefon oder Laptop zu verstecken und Konflikte nicht mehr in Person auszutragen. Beziehungen werden per Textnachricht beendet und anstatt dem Date zu sagen, dass es einfach nicht passt, entscheiden sich immer mehr für die augenscheinlich bequemere Variante des Ghostings und antworten einfach gar nicht mehr.

Wir verlernen Konflikte auszutragen und verstecken uns stattdessen lieber in unserer vermeintlich sicheren Komfortzone. 

Wer jedoch nie Probleme anspricht und diesen stattdessen lieber aus dem Weg geht, lässt das Problem nicht verschwinden. Egal, ob im Job oder in persönlichen Beziehungen, Fortschritt und Veränderung verlangen eine Auseinandersetzung mit der Situation. Dabei ist es gerade der Mut Konflikte auszutragen, der uns wachsen lässt.  Er fordert die Auseinandersetzung mit uns selbst, mit unseren Ängsten. Wir wachsen, wir geben der Beziehung die Chance zu wachsen und lernen besser zu kommunizieren. 

Das persönliche Gespräch zu suchen ist gleichzeitig eine Form der Gegenseitigen Wertschätzung und des Respekts. Wir nehmen uns Zeit füreinander.

Persönliche Kommunikation vermeidet Missverständnisse und sorgt für mehr Klarheit. Denn egal ob E-Mail, WhatsApp oder Facebook, überall geht Mimik, Gestik, Körpersprache und Stimmlage verloren. Mögliche Rückfragen werden evtl. erst Stunden später oder gar nicht beantwortet. Folge: Wir sind unsicher, gestresst und unser Kopfkino malt bereits das Worst-Case-Szenario an die Wand, während wir angespannt, jede fünf Minuten unsere Nachrichten checken, anstatt zum Hörer zu greifen.

3) Zeig dich so wie du bist

Wir alle betreiben Impression Management, ein Konzept aus der Sozialpsychologie, welches besagt, dass wir bewusst oder unbewusst versuchen, den Eindruck zu steuern, den andere von uns erhalten. 

Manchmal sind wir dabei so damit beschäftigt, den Eindruck den andere von uns erhalten zu kontrollieren, dass wir als Folge dessen unser wirkliches Ich verstecken. Vielleicht sagen wir nur ja, weil wir nicht als unfreundlich oder unhöflich gelten wollen. Vielleicht verstecken wir unsere verletzliche Seite, weil wir glauben, dass uns niemand so mögen kann, wie wir wirklich sind. 

Bei dem ganzen Versteckspiel, verstecken wir uns auch gleichzeitig vor echten tiefen Verbindungen mit anderen. Paradoxerweise verhindern wir also mit unserem Verhalten, das zu erreichen wonach wir uns eigentlich sehnen. 

Um ehrlich mit anderen zu sein, müssen wir vor allem zunächst lernen ehrlich mit uns selbst zu sein.

  • Vor welchen Themen scheuen wir zurück und warum? 
  • Welche Seite von uns selbst können wir nur schwer zu akzeptieren? 
  • Welchen Teil von uns verstecken wir am liebsten vor anderen? 

Nur wenn wir uns anderen in Gesprächen auch als die Person präsentieren, die wir sind, entstehen echte Verbindungen in denen wir uns gesehen und akzeptiert fühlen.

Nicht nur lesen, sondern machen! 🙌🏽

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Positive Auswirkungen gelungener Kommunikation 

Gute Kommunikation, macht uns zufriedener und glücklicher, beruflich wie privat.

Eine Studie mit einer baltischen Supermarktkette zeigte beispielsweise, dass mehr Kommunikation zwischen Managern und Angestellten die Kündigungsrate um bis zu 25% senkte.

Forscher der Standford School of Medicine fanden außerdem heraus, dass wenn wir Zeit mit anderen Menschen verbringen, das Hormon Oxytocin freigesetzt wird. Dieses sorgt wiederum dafür, dass das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet wird. Also anstatt zum Handy zu greifen, das nächste Mal einfach mal wieder ein gemeinsames Treffen vereinbaren.

Wer nach außen das kommuniziert was er im Inneren fühlt, kommuniziert authentischer. Das heißt, die Übereinstimmung zwischen dem was wir fühlen, denken, sagen und zeigen ist möglichst hoch. Die Dissonanz zwischen der Person die wir sind und wie wir uns nach außen präsentieren ist also sehr gering oder nicht vorhanden. Wir sind mehr im Einklang mit uns selbst.

Eingefahrene Kommunikationsmuster zu ändern kann eine Herausforderung sein, wenn du dir auf diesem Weg Unterstützung holen möchtest, haben wir hier für dich eine Reihe von Mental Health Plattformen zusammengestellt. Diese bieten unter anderem psychologische Beratung und Unterstützung per Video-Telefonat oder Chat.

Außerdem findest du hier eine Übersicht, welche Psychotherapeuten in deiner Region Videosprechstunden anbieten.

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